Berufsschwuchteln

Mai 2, 2008

“Im Juli 2007 erschien in einer rechtsnationalen Wochenzeitung ein Artikel, der unter dem ungustiösen Titel „Die Homoletten-Opfer-Lüge“ dumpfe Vorurteile gegenüber Homosexuellen sowie die Verunglimpfung von HIV/Aids-Betroffenen zum Inhalt hatte. In selbigem Beitrag wurde Gery Keszler als „Berufsschwuchtel“ bezeichnet, wogegen er klagte. „Eigentlich“, so der Life Ball Organisator, „hätte ich gerne gegen den gesamten Artikel geklagt, was rechtlich aber nicht geht, meine Klage gegen Autor und Zeitung war aber immer stellvertretend für alle darin Beschimpften gedacht“. Dann geschah das Unglaubliche: Keszler verlor in erster Instanz, da die österreichische Justiz in der Begründung der Meinung ist, dass man sich als in der Öffentlichkeit stehender Mensch Kritik gefallen lassen müsse. Die Erklärung, inwiefern eine diskriminierende Beleidigung mit konstruktiver Kritik in Einklang zu bringen ist, blieb die Richterin allerdings schuldig.”

So steht es auf der Homepage der Aktion Berufsschwuchtel. Mit der “rechtsnationalen Wochenzeitung” handelt es sich um “Zur Zeit” (hier ein Artikel über die Wochenzeitung, auf der Homepage des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands), auf deren Homepage der angesprochene Artikel “Die Homoleten-Opfer-Lüge” abrufbar ist. Herausgeber sind lt. eigener Homepage übrigens folgende Herren:

Botschafter Dr. Johann Josef Dengler
Volksanwalt Mag. Hilmar Kabas
Andreas Mölzer, Mitglied des Europaparlaments

Aber zur Aktion Berufsschwuchtel:

Über 100 prominente Österreicherinnen und Österreicher haben sich vor die Linse unserer Fotografen gewagt und mit einem berufsschwuchtel.org-Shirt ein Statement zu diesem Thema abgegeben.

Darunter Politiker von SPÖ und den Grünen, zahlreiche sogenannte “B- und C-Promis” und einige “A-Promis”, dabei ist etwa Alfons Haider (und im Schlepptau hat er weitere “Dancing-Stars”), Alfred Dorfer, Julian Kohl (der Sohn der wandelnden Homosexuellendiskriminierung Andreas Kohl (ÖVP)), Michael Konsel, für mich überraschend weil Ex-Fußballer, Nina Blum (die Tochter der wandelnden Homosexuellendiskriminierung Wolfgang Schüssel), Hubsi Kramar uvm . Es gibt auch einen Online-Shop in dem man sich ein “berufsschwuchtel.org”-Shirt bestellen kann.

Schließen möchte ich mit den Worten der Sängerin Madita: “Lieber eine Berufsschwuchtel als dumm.” (den fand ich zumindest lustig, sonst sind die dort veröffentlichten Kommentare öfters leider eher hohl).

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