Literatur und Amstetten
Via derstandard.at wurde ich darauf aufmerksam, dass Ritchie Robertson, D.Phil., Professor of German, Fellow of St. John’s College, der unter anderem Mitherausgeber einer “Geschichte der österreichischen Literatur 1918-2000″ ist, in der britischen Times die These, dass es eine Verbindung zwischen der österreichischen Literatur und dem “Fall Amstetten” gibt, aufgestellt hat. Große Teile seines Artikels bestehen daraus, dass er Beispiele (Stifter, Nabl, Nestory, Canetti, Jelinek, ua).
In the Austrian books, however, the common factor is patriarchal authority.
schreibt Robertson, und nach Aufzählung weiterer passender Beispiele:
These abuses of paternal authority seem to fit into deep-seated cultural patterns, and any attempt to investigate them would have to take into account the influence of the Catholic Church in Austria.
Das klingt irgendwie nach Thomas Bernhard (der in dem Artikel nicht erwähnt wird). Insgesamt macht es sich Robertson in meinen Augen zu leicht, aber ich kann seiner These von einer speziellen “cultural matrix” auch nicht widersprechen. Vielleicht bin ich einfach nicht belesen genug, um Position beziehen zu können, aber wenn die Literatur (Kunst, Wissenschaft) eines Landes sich in einem signifikant höherem Ausmaß mit bestimmten Themen beschäftigt, ist es dann nicht denkbar, dass der geistige Unterboden dieses Landes, eine spezielle Disposition in diese Richtung mit sich bringt?
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