Harald Schmidt hat die “nötige Portion Feigheit”

Letztens stieß ich zufällig auf ein schon etwas älteres Interview mit Harald Schmidt, in der taz, in dem er unter anderem sehr schön darstellt, wieso ich niemanden kenne, dem die Harald Schmidt Show gefällt. Ein kleiner Auszug:

Können Sie uns einen schönen Islamwitz erzählen?

Nein. Davon lasse ich die Finger. Das ist mir zu heikel.

Auch wenn Sie selbst keine solchen Witze machen - würden Sie wenigstens sagen, dass man solche Witze machen dürfen muss?

Aus dieser Diskussion halte ich mich vollkommen raus, weil ich mir nicht ein Problem auf den Tisch ziehen möchte, das ich zum Glück nicht habe.

Als Rudi Carrell 1987 in seiner “Tagesshow” Chomeini in Dessous grabbeln ließ - Herr Schmidt, war das nicht ein großartiger Gag?

Aber Carrell hat damals einen gefährlichen Ärger bekommen. Und mittlerweile ist das nicht mehr zu steuern. In einer kleinen dänischen Zeitung erscheint die Karikatur und in Indonesien wird die dänische Botschaft gestürmt. Bei Carrell war es noch Ajatollah gegen Carrell. Zwanzig Jahre später leben wir in einer anderen medialen Landschaft.

Sie haben einen gefährlichen Beruf.

Nein. Man muss nur ein bisschen wachsam sein. Sie brauchen die nötige Portion Feigheit. Machen Sie doch lieber Witze über Bush, das ist ungefährlich. Insofern hat die westliche Zivilisation doch einige ganz großartige Errungenschaften hervorgebracht.

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